Kontorhaus im Hopfensack

Maßnahme: Wiederherstellung, Teilrekonstruktion und Aufstockung
nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten
Erbaut: 1902/03
Bauzeit: 2016 – 2017
Bauherr: Alk Arwed Friedrichsen
Mitarbeit: Eva Meincke, Alexander Caiza, Ralf Dautzenroth, Catrin Schmitz-Moormann

***

Deckblatt-ArchiJahrbuch2018-81

Information: Im heutigen Kontorhausviertel wurden auch schon vor Beginn des großen Sanierungsprojekts  im Gängeviertel der Hamburger Altstadt  einzelne Fleete verfüllt. In der Folge entstanden dort an Stelle der mittelalterlichen Speicher neue Gewerbegebäude. Genauso  wurde dieses Kontorhaus am ehemaligen  Hopfensackfleet 1902/3 errichtet. Die Fassade ist noch im Stil der Neorenaissance gestaltet. Das Innere ist dagegen, der Zeit entsprechend, im Jugendstil gestaltet worden.

Konstruktiv ist es ein Massivbau mit modernen, freigespannten Stahlbetondecken.  Die Grundfläche ist mit 184qm zwar klein, aber den Platz für einen großzügigen Eingang und ein relativ großes Treppenhaus leistete man sich doch.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Dachgeschoss und der Laden brannten aus. Während das Dachgeschoss nicht wiederaufgebaut wurde und darum auch der Straßengiebel abgerissen werden musste, veränderte man Laden und Eingang mit einfachen Mitteln so, dass man  ihn wieder nutzen konnte.

Während der Nachkriegszeit wurde diese Ecke etwas vergessen, weil andere Bauaufgaben und -gebiete vorrangig und auch attraktiver waren. Das führte dazu, dass innen noch 2015 alles weitgehend wie zur Bauzeit war, wie z.B. mit nur einem zentralen Sanitärbereich für das ganze Haus.

Nachdem die Traditionsfirma des Besitzers wechselte und umzog, wurde auch das Gebäude selbst verkauft.

Die ursprünglich geplante Aufstockung um drei Vollgeschosse konnte nicht realisiert werden, obwohl dieses Kontorhaus bis heute nicht unter Denkmalschutz steht.

Daraufhin wurde durch unser Büro innen und außen eine behutsame Restaurierung und Teilrekonstruktion projektiert, wobei das Ziel war, dem Haus seine  ursprüngliche Wirkung wiederzugeben. Innen konnte trotz räumlicher Enge eine moderne Haustechnik realisiert werden, in der sogar ein Aufzug Platz fand.

Die Aufstockung beschränkt sich heute auf das Dachgeschoss und eine Staffel mit Dachterrasse darüber. Auch wenn der Aufwand für die Wiederherstellung erheblich war, ist das Projekt unter dem Strich heute  auch wirtschaftlich erfolgreich, da eine große Nachfrage an kleinen Büroflächen mit besonderem Flair besteht.

Dieses Resultat, bei einem sehr kleinen Haus erzielt, dürfte  auch für deutlich größere Sanierungsprojekte  die Frage aufwerfen, ob mehr an Erhalt automatisch  immer den Verlust an Wirtschaftlichkeit bedeuten muss. Für die Innenstadt könnte das bedeuten, dass sie vielfältiger bliebe und auch öfter ein bisschen mehr von ihrer Geschichte zeigen darf.

Hopfensack6-AltFassScanIMG_3605(AAF)

Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6

IMG_3605(AAF)

Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6

IMG_3585(AAF)

Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6
Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6
Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6
Architekt Alk Friedrichsen, Hopfensack 6
Die Adresse des Hamburger Architekten Alk Friedrichsen: Hopfensack 6